Sonnencremes bedrohen die Korallenriffe

Der US-Bundesstaat Hawaii hat ein Gesetz erlassen, das Sonnencremes mit den Inhaltsstoffen Octinoxat und Oxybenzon verbietet, um Korallenriffe und Fische besser zu schützen. Für Korallen stellen diese Chemikalien eine große Gefahr dar, zuerst vermehren sie sich nicht mehr, schließlich sterben sie ab.

Korallen, das sind doch Unterwasserpflanzen, oder? Nein, es sind lebende Organismen, Tiere aus der Familie der Nesseltiere wie Quallen und Seeanemonen mit einem Schlund, durch den sie Nahrung aufnehmen können. Die Korallen selbst siedeln auf einer Kalkschicht, die immer weiter anwächst, und leben in Symbiose mit Einzellern, den Zooxanthellen, die fotosynthetisch aktiv sind, und so für die Farbenpracht der Korallenriffe sorgen.

Das Sonnenmilchverbot ist zwar bereits beschlossen, soll aber erst in knapp drei Jahren in Kraft treten. Das ist noch eine lange Zeit, bis die Korallen vor dieser Bedrohung geschützt werden. Korallen sind aber noch anderen Gefahren ausgesetzt. Durch die klimabedingte Erwärmung der Ozeane treten immer öfter großflächige Korallenbleichen auf. Steigt die Wassertemperatur für längere Zeit an, produzieren die Zooxanthellen Giftstoffe. Das veranlasst die Korallen, die Einzeller abzustoßen und sie verlieren ihre Farbenpracht.

In den berühmtesten Korallenriffen auf unserem Planeten ist die Korallenbleiche leider immer häufiger zu beobachten. Gerade Touristen, vorzugsweise Taucher und Schnorchler, schätzen die Unterwasserwelt im Great Barrier Reef vor Australien und auf den Malediven. Zwar haben sich die Korallenstöcke in der Vergangenheit immer wieder erholen können, jetzt aber tritt das Phänomen der Korallenbleiche in immer kürzeren Abständen auf. Möglicherweise bleibt nicht mehr ausreichend Zeit für die Regeneration.

Tropische Korallenriffe sind nicht nur für den Tourismus interessant, sie sind nach den Regenwäldern der artenreichste Lebensraum der Erde, und auch der am dichtesten besiedelte. Es gibt nicht nur Fische, sondern jede Menge Würmer, Seeigel, Schwämme, Schnecken und Krebstiere. Viele Fische leben auf Dauer im Riff, für andere ist es die Kinderstube. Rochen und Riffhaie finden in den Riffen Nahrung, Delfin-Gruppen kommen gerne zum Zwecke der Fortpflanzung vorbei. Sterben die Korallen ab, verlieren auch viele dieser Tiere ihren Lebensraum.

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