Nicht gleich den Kopf in den Sand stecken!

Ein Video kursierte quer durch die Online-Nachrichten, ein Tourist legt sich mit einem Strauß an, aber der Vogel zeigt dem Provokateur sofort, wo hier der Hase läuft. Hoffentlich hat er daraus gelernt. Der Afrikanische Strauß ist der größte noch lebende Vogel. Insbesondere im Osten und Süden des afrikanischen Kontinents ist der Strauß zu Hause. In Nordafrika, auf der arabischen Halbinsel und in Westasien wurden die Tiere allerdings ausgerottet. Wegen der begehrten Federn und des Fleisches wurde der Laufvogel erbarmungslos gejagt.

Strauße lieben Savannen und Wüsten mit freiem Blickfeld, hohes Gras oder Buschland liegt ihnen nicht. Sie wollen sich schnell fortbewegen können, dafür brauchen sie freie Bahn und freie Sicht. In reinen Wüsten fehlt ihnen die Nahrungsgrundlage. Allerdings brauchen die Laufvögel keinen direkten Zugang zu Wasser, sie decken ihren Wasserbedarf aus der Nahrung und haben daher auch mit langen Trockenperioden kein Problem.

Die Riesenvögel sind tagaktiv, besonders in der Dämmerung. Dann gehen sie auf Nahrungssuche. Aber auch lange Wanderungen in der sengenden Mittagshitze können sie bewältigen. In der Nacht gönnen sie sich lange Ruhephasen mit nur kurzen Tiefschlafperioden. Nahrung finden sie auf dem Boden, sie picken Körner, Gräser, Blätter, Kräuter, Früchte und Blüten auf, Insekten wie Heuschrecken und Raupen werden als Beikost verschluckt. Um die Zerkleinerung der Nahrung zu unterstützen, picken die Vögel alles auf, was dazu hilfreich sein kann, Sand, Steine und andere kleine Objekte, der Auswahl sind kaum Grenzen gesetzt.

Wie es zu der Annahme kommt, dass ein Strauß bei drohender Gefahr “den Kopf in den Sand” steckt, ist unklar. Gerät der Vogel in Gefahr, rennt er meist einfach davon, die wenigsten Angreifer können dann noch folgen. Er kann sich aber auch mit einem Tritt verteidigen. Richtig gezielt könnte er damit einen Menschen oder sogar einen Löwen töten. Brütende Strauße allerdings legen sich bei Bedrohung auf den Boden und strecken ihren Hals und Kopf dabei nach vorne. Aus der Ferne könnte man den Eindruck bekommen, der Kopf des Vogels steckt im Sand.

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