Müssen Gorillas dem Öl weichen?

Der Kongo oder genauer gesagt die Demokratische Republik Kongo, ist der zweitgrößte Staat Afrikas. In Zentralafrika am Äquator gelegen umfasst das Staatsgebiet mehr als das Sechsfache der Fläche der Bundesrepublik Deutschland. Das Land besitzt eine sehr vielfältige Flora und Fauna, über die Hälfte der Landesfläche wird vom Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern dominiert, umrundet von Mittelgebirgen in allen Himmelsrichtungen. In anderen Landesteilen gibt es mehrere Hochgebirge, im Osten liegen die Virunga-Vulkane mit einer Höhe bis zu 4500 Meter. Gerade diese Region ist reich an Bodenschätzen.

Wegen des Naturreichtums hat der Kongo zahlreiche Naturparks, beispielsweise den Virunga-Nationalpark oder den zentral gelegenen Salonga-Park als eines der größten Regenwaldschutzgebiete der Welt. Doch genau in diesen Schutzgebieten, die teilweise zum UNESCO-Welterbe gehören, will die Regierung jetzt Ölbohrungen erlauben. Der Virunga-Nationalpark ist die Heimat von Berggorillas, ein großer Teil der vom Aussterben bedrohten Tiere lebt hier. Unzählige Pflanzenarten, Fische, Vögel und Affen gibt es im Salonga-Park, beispielsweise Bonobos und Zwergschimpansen.

Gorillas sind unsere engsten Verwandten, Mensch und Gorilla haben mehr als 95 % gemeinsame DNA. Die imposanten Tiere leben in komplexen gesellschaftlichen Gruppen, stellen Werkzeuge her, entwickeln unterschiedliche Persönlichkeiten und haben Gefühle. Emotionen wie Trauer, Freude und Mitgefühl sind Teil ihres sozialen Lebens. Die Menschenaffen leben in Gruppen, bestehend aus einem erwachsenen Männchen und mehreren Weibchen mit Jungtieren und Babys. Junge Männchen trennen sich von der Gruppe, wenn sie etwa zehn Jahre alt sind, und gründen eine ihre eigene Familien-Gruppe.

Gorillas sind Pflanzenfresser, ein Großteil ihrer Ernährung besteht aus Blättern und Trieben, sie essen Früchte und als Beikost kleine Tiere wie Raupen, Schnecken, Termiten und Ameisen. Das soziale Leben der Affen ist stark ausgeprägt, sie pflegen sich gegenseitig mit ihren Fingern und Zähnen, und stärken damit die Bindungen untereinander.

Laut Regierung soll es vorerst nur Probebohrungen in Teilen der Parks geben, man werde darauf achten, Tiere und Pflanzen zu schützen. Ob dieser Vorsatz noch Bestand hat, wenn die Bohrungen erfolgreich sind?