Kommen auch Tiere in den Himmel?

Für viele christliche Tierliebhaber ist es eine Herzensangelegenheit, die Frage, was passiert mit meinem Haustier, nachdem es gestorben ist? Nicht nur die Möglichkeit einer angemessenen Ruhestätte und Bestattungszeremonie bewegt, auch die Frage, ob die verstorbenen Seelen in den Himmel aufsteigen können. Niemand geringerer als Papst Franziskus hat jetzt im Vatikan eine Antwort auf diese Frage gegeben: Ja, auch Tiere haben eine Seele und dürfen an der unendlichen Glückseligkeit im Himmel teilhaben.

Es sollte eigentlich niemanden verwundern. Als der Argentinier Jorge Mario Bergoglio 2013 in Rom zum neuen Papst ernannt wurde, entschied er sich für den Namen Franziskus, nach dem Heiligen Franz von Assisi. Dieser gilt als Patron von Tieren, Natur und Umwelt. Legenden berichten, dass der Heilige zu Lebzeiten zu Vögeln gepredigt hat oder eine Stadt mit einem räuberischen Wolf versöhnen konnte. Franz von Assisi sah die ganze Welt als Schöpfung Gottes, nicht nur den Menschen, auch Tiere, Pflanzen und die Umwelt. Der Mensch ist nur eines von vielen Geschöpfen Gottes, eine tiefe Verbundenheit mit unseren Mitgeschöpfen ist daher Ausdruck unseres Glaubens.

In der Enzyklika von Papst Franziskus geht es aber nicht nur um Tiere, das Thema Umwelt insgesamt wird detailliert behandelt. Franziskus betont, dass der Mensch keinen Herrschaftsanspruch über andere Geschöpfe herleiten kann aus der Tatsache, dass wir ein Abbild Gottes sind. Andere Geschöpfe müssen sich nicht komplett dem Menschen unterordnen, der Mensch ist vielmehr auch für deren Wohlergehen verantwortlich. Grausamkeiten gegen andere Geschöpfe stehen im Widerspruch zur Würde des Menschen.

Laut Papst Franziskus basiert das menschliche Dasein auf drei grundlegenden Beziehungen: Der Beziehung zu Gott, unserem Schöpfer, der Beziehung zu unseren Mitmenschen weltweit und der Beziehung zu Umwelt, Pflanzen, Tieren und Natur. Schon in der Bibel ist erwähnt, dass der Mensch die Harmonie zwischen diesen drei Beziehung zerbrochen hat und es nun der Auftrag aller Menschen sei, diese Harmonie wiederherzustellen. Der Bruch sei nicht nur äußerlich sichtbar, er habe tief im Inneren der Menschen stattgefunden.

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