Als höchstes aller Säugetiere ist es die Giraffe gewohnt, auf andere herabzusehen. Aber ist Höhe gleich Größe? Was die Giraffe betrifft, in jedem Fall. Mit ihren langen Beinen und dem noch längeren Hals kann sie Blätter von Bäumen fressen, die für andere Tiere unerreichbar sind.

Im Durchschnitt sind ausgewachsene Giraffen zwischen fünf und sechs Meter hoch, der Hals ist fast zwei Meter lang. Die Zunge ist etwa einen halben Meter lang und dunkelblau. Jedes Tier hat seine eigene unverwechselbare und sehr markante Fellzeichnung in Gelb und Braun. Die Lippen und die Zunge sind stark und rau, damit können Giraffen Blätter von den Bäumen reißen, auch die dornigen Blätter der Akazienbäume. Etwa vier Stunden Schlaf pro Tag reichen ihnen aus.

Die Savannen und Graslandschaften in Süd- und Ostafrika sind die Heimat der Vegetarier. Je nach Standort und Jahreszeit ernähren sie sich von einer Vielzahl von Blättern, Trieben und Früchten der hohen Büsche und Bäume. Akazienblätter sind ihre Lieblingsnahrung. Giraffen haben ebenso viele Zähne wie Menschen, 32 an der Zahl. Aber im Oberkiefer befindet sich vorne eine harte Platte, die ihnen hilft, die Blätter von den Bäumen zu reißen.

Der lange Hals hilft nicht nur bei der Nahrungssuche, mit dem Kopf ganz hoch oben in der Luft können Giraffen rechtzeitig nahende Raubtiere erkennen, allerdings erschwert er das Trinken aus einem Wasserloch. Außerdem kämpfen die Männchen mit ihren Hälsen, die Sieger gewinnen auch oft die Gunst der Weibchen.

Giraffen sind polygam, ein Männchen paart sich mit mehreren Weibchen, etwa 13 bis 15 Monate später bringt das Weibchen ein einzelnes Kalb zur Welt, und zwar im Stehen. Schon nach einer halben Stunde ist das Neugeborene in der Lage zu stehen und nach zehn Stunden kann es bereits neben der Familie herlaufen. Junge Giraffen spielen oft in der Gruppe und ruhen sich aus, während ihre Mütter auf Futtersuche sind. Dabei bleibt eines der Weibchen als Aufsicht zurück. Kinderbetreuung ist bei den Giraffen Frauensache.