Es ist der Albtraum vieler Menschen, eine riesige Schlange kommt langsam auf sie zu, fixiert sie mit ihren Augen und legt sich um ihren Hals, und dann … wachen sie schweißgebadet auf. Wie gefährlich ist eine grüne Anakonda wirklich? In Action- und Horrorfilmen versetzt die größte Schlange der Welt Menschen in Angst und Schrecken. In Brasilien soll das bislang längste Exemplar gesichtet worden sein mit einer Länge von zehn Metern.

Anakondas lieben das Wasser, oft ragt nur der Kopf heraus. Sie lauern auf Beute, Tiere auf der Suche nach Trinkwasser sind leichte Opfer. An Land aber kommt die Riesenschlange nur langsam voran. Auch dort lauert sie meist gut getarnt oder versteckt auf die nächste Mahlzeit. Bei der Ortung von Nahrung hilft ihr die gespaltene Zunge, ihr wichtigstes Organ. Ständig züngelt sie damit und nimmt Duftstoffe auf. Ist das so wahrgenommene Opfer schließlich in Reichweite, schnellt der Kopf der Schlange nach vorne, beißt die Beute und umschlingt sie mehrfach, um sie zu töten. Der Biss der Anakonda ist nicht giftig. Die Schlange dehnt ihren Kiefer so weit oder klinkt sogar den Unterkiefer aus, bis die Beute ganz hindurchpasst, das Opfer wird vollständig verschluckt, und die Verdauung kann beginnen. Eine große Mahlzeit reicht für Wochen. Die Würgeschlangen sind nicht gefräßig, sie kommen sogar Monate ohne jegliche Nahrung aus.

Am Ende der Trockenzeit nehmen die Männchen den betörenden Duft der Weibchen kilometerweit wahr und verlassen ihre Reviere. Ein Weibchen kann bis zu einem Dutzend Männchen mobilisieren. Das Paarungsverhalten ist einmalig, es gibt keine Kämpfe um das Weibchen. Alle Männchen verknoten sich zu einem Knäuel um das Weibchen und begatten es, manchmal dauert es Wochen, bis sich das Knäuel wieder entwirrt und die Männchen in ihr eigenes Jagdrevier zurückkehren. Anakondas legen keine Eier, die kleinen Würgeschlangen werden lebend geboren.

Menschen gehören nicht in das Opferschema der Würgeschlange. Sie kann aber auf einen Menschen losgehen, wenn sie sich bedroht fühlt, und dann gibt kaum ein Entrinnen.