Der Blauwal bricht alle Rekorde, er ist das größte Tier, das Jemals auf unserem Planeten gelebt hat und noch lebt. Das Herz der Ozeanriesen ist so schwer wie ein Auto, die Zunge erreicht das Gewicht eines Elefanten.

Hauptsächlich ernährt er sich von Krill, das sind winzige Garnelen, und Plankton, aber davon jede Menge. Mehr als dreißig Tonnen Krill verschlingt ein ausgewachsenes Tier jeden Tag. Die anmutigen Schwimmer tauchen in Tiefen von etwa einem halben Kilometer ab, um ihre Nahrung zu finden. Mit jedem Schluck kann ein Blauwal bis zu fünf Tonnen Wasser und Plankton aufnehmen. im Mund befinden sich mit Borsten besetzte Platten, die helfen, das Plankton aus dem Wasser zu filtern. Diese Borsten leckt der Wal anschließend mit seiner fleischigen Zunge ab.

Zum Atmen müssen die Säugetiere wieder aus der Tiefe auftauchen und an die Meeresoberfläche kommen. Beim Ausatmen erzeugen sie riesige Wolken aus Wasserdampf über ihrem Atemloch. Bis zu neun Meter hoch können diese Fontänen werden. Blauwale schwimmen normalerweise alleine oder zu zweit, selten auch in kleinen Gruppen. Ihre Gesänge sind Töne mit sehr niedrigen Frequenzen. Man vermutet, dass die Kommunikation bei guten Bedingungen über eine Entfernung von bis zu 1.600 Kilometer hinweg möglich ist.

Blauwale pflanzen sich alle drei Jahre fort, die Weibchen sind ein Jahr trächtig und bringen ein Junges zur Welt. Neugeborene Wale werden von ihren Müttern an die Wasseroberfläche gebracht, bis der Babywal seinen ersten Atemzug macht. Ein Walkalb wiegt bei seiner Geburt etwa zweieinhalb Tonnen und ist bis zu acht Meter lang. Es wird im Wasser gesäugt, trinkt 600 Liter Milch von der Mutter und legt neunzig Kilogramm an Gewicht zu, und das jeden Tag.

Blauwale haben wenig natürliche Feinde, doch es kommt immer wieder zu Angriffen von Haien oder Killerwalen, auch Zusammenstöße mit großen Schiffen sind eine Gefahr für die Meeressäuger. Viele sterben jedes Jahr. Aber der Walfang hat die Meeresriesen an den Rand des Aussterbens getrieben. Trotz Schutzstatus scheint sich die Population nicht zu erholen.