Autobauer beauftragen Tierversuche mit Affen

Der Abgasskandal um deutsche Autobauer kommt nicht zur Ruhe, Medienberichten zufolge wurde die Verträglichkeit von Dieselabgasen im Auftrag deutscher Konzerne in USA an Affen getestet. Die “New York Times” veröffentlichte einen Artikel, in dem sie sich auf Gerichtsunterlagen und Regierungsdokumente beruft.

Im Mittelpunkt der Berichte steht die “Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor”, kurz EUGT. Dabei handelt es sich um eine Lobby-Initiative, die von Volkswagen, Daimler und BMW finanziert wurde. Unter der Federführung von VW habe die EUGT ein Forschungslabor in New Mexico mit der nun bekannt gewordenen Untersuchung beauftragt.

Bereits lange vor Bekanntwerden der Manipulation von Ergebnissen aus Diesel-Abgas-Tests hatten Fahrzeuge mit dieser Antriebstechnik in den Staaten keinen guten Ruf. Die Lobbygruppe wollte beweisen, dass die Belastung durch Schadstoffe dank moderner Abgasreinigung inzwischen vernachlässigbar ist.

Im Rahmen der Testausführung hat das Forschungsinstitut in Albuquerque insgesamt zehn Affen gezielt Schadstoffen aus Diesel-Motoren ausgesetzt. Die Tiere wurden für vier Stunden in Räume eingesperrt, in denen Auspuffgase eines VW Beetle in der Luft waren. Der Testaufbau war Teil einer größeren Studie. Allerdings war das Fahrzeug im Test nicht wirklich mit schadstoffarmer Technik ausgestattet, sondern nutzte eine Software zur Abgas-Manipulation. Das sei dem Studienleiter nach eigener Aussage nicht bekannt gewesen. Ob der Test mit moderner Abgas-Technik nach ethischen Gesichtspunkten vertretbar gewesen wäre, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

Die ersten Kommentare der beteiligten Konzerne nach Bekanntwerden der Tierversuche waren sehr zurückhaltend. Bei Daimler und VW wurde die Beauftragung der Studie zwar bestätigt, allerdings wollte man sich zu dem konkreten Versuch nicht äußern. Konzernsprecher ließen verlauten, dass man keine Tierversuche oder die unethische Behandlung von Tieren unterstütze. Daimler und BMW distanzierten sich von der Studie. Bei VW gab man bekannt, die Kritik sehr ernst zu nehmen.

Die EUGT wurde bereits 2017 aufgelöst und das Ergebnis der Studie wurde niemals veröffentlicht. Den Affen, die an dem Versuch beteiligt waren, hilft das vermutlich wenig, ebenso wenig die personellen Konsequenzen, die die Konzerne inzwischen aus dem Skandal gezogen haben.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *