Arktis – Den Eisbären fehlt das Eis

Aktuelle Daten und Statistiken von Umweltverbänden zeigen, dass Eisbären noch stärker vom Aussterben bedroht sind als bisher angenommen. Immer mehr Populationen am Nordpol schrumpfen. Wenn sich diese Entwicklung nicht aufhalten lässt, dann gibt es bereits Mitte dieses Jahrhunderts viele eisbärenfreie Zonen in der Arktis.

In keinem anderen Teil unserer Erde ist der Klimawandel stärker sichtbar als im Bereich des Nordpols. Wegen der höheren Temperaturen schmilzt den Tieren das Eis geradezu unter den Füßen weg. Zwar sind auf Satellitenaufnahmen weiterhin noch große weiße Flächen zu erkennen, aber diese Bilder lassen nicht die Dicke der Eisschichten erkennen. Statt dickem, mehrjährigem Eis gibt es vielerorts nur noch eine dünne Eisschicht, die die schweren Bären nicht mehr tragen kann. Damit reduziert sich ihr Lebensraum dramatisch. Die Veränderungen sind mittlerweile so schnell, dass die Tiere keinerlei Möglichkeit haben, sich anzupassen.

Ein Beispiel hierfür ist die Hudson Bay im Osten Kanadas. Die Bucht ist normalerweise im langen Winter gefroren, hier können die Eisbären nach ihrer Hauptnahrungsquelle jagen, den Robben. Wenn das Eis dann schmilzt, leben sie von den Fettpolstern, die sie sich angefressen haben. Und diese Polster sind für die Weibchen besonders wichtig, um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Ohne die nötigen Energiereserven aber ziehen sich die Weibchen seltener in ihre Geburtshöhlen zurück, es kommt vermehrt zu Fehlgeburten und kleineren Würfen.

Eisbären sind durch das klimabedingte Schwinden des Packeises hochgradig bedroht. Ohne Packeis finden sie weniger Robben, von denen sich diese Bären hauptsächlich ernähren. Weniger Robben bedeuten weniger Nahrung und Hunger, viele Bären drohen zu verhungern. Verhungern ist ein langsamer, schmerzhafter Tod, begleitet von Muskelschwund und Energieverlust. Oder sie ertrinken, wenn sie das Pech haben, auf einer schnell dahinschmelzenden Eisscholle im arktischen Meer vom Festland weg zu treiben.

Zwar glauben Umweltschützer, dass die weißen Riesenbären noch nicht ganz verloren sind, aber die Menschheit muss sich schnell mit ihren Problemen befassen, es bleibt nicht mehr viel Zeit.

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